by Death of Fantasy » Mon May 09, 2011 6:46 am
Gedicht ist doch immer eine Analyse!
Erschließung und Interpretation von Gedichten: Gesichtspunkte bei der Erstellung einer Gliederung
1. Einleitung: Einführende Überschau, Basissatz; Titel und Thema, bzw Motiv des Gedichtes, Dichter, knappe Angabe des Inhalts & des thematischen Rahmens (keine Vorwegnahme von Deutungsergebnissen!), zeitlicher Kontext, etc.
2. Hauptteil: Erschließung und Interpretation des Gedichtes "..." von "..."
2.1 Inhalt und Aufbau
Inhalt und gedanklicher Aufbau: strophenweise oder nach Sinnabschnitten
2.2 Form und Sprache
Gedichtform (z.B. Sonett)
Anzahl der Strophen, Verszahl des Gedichts/der Strophen, Metrum, Rhythmus, Reimschema & Reimart, Kadenzen
(männlich/weiblich, einsilbig/zweisilbig, stumpf/klingend)
Enjambements (Zeilensprünge), Synthax (Satzbau), Besonderheiten in der Wortwahl, Schlüssel- oder Signalwörter
Besondere Stilmittel; Bilder, Metaphern, Vergleiche, Symbole, Chiffren, Synästhesien, etc.
2.3 Interpretation des Gedichts
als Verdeutlichung der Wechselwirkung von Form und Inhalt/Gestalt und Gehalt
[2.4 Gesamtdeutung: Abschließendes Interpretationsergebnis, meist in der Fragestellung]
3. Schluss: Versuch einer biographischen/literaturgeschichtlichen Einordnung; Versuch einer kritischen Wertung (persönliche Stellungnahme ohne gönnerhaftes Urteil); Herausstellen der Allgemeingültigkeit/Überzeitlichkeit, bzw Zeitbezogenheit
Edit: Das ist das Blatt, das wir damals zu dem Thema bekommen haben von unserem Deutschlehrer. Die wollen das alle etwas anders, aber da hast du wenigstens mal eine Richtlinie. Ich persönlich hasse ja Gedichte zerpflücken, aber du kannst es ja an dem einen oder anderen noch heute versuchen.
Where ere thou hast been,here or in yon world manifest.
Canst thou tell what is, or what was,
or what is to come?
No thing shall last
and there are things that shall never change.
History is written in blood,
yet are battles really lost
on the battlefields?
Canst thou tell me whence thou comest
and where thou goest
and what is, or what was, or what is to come?
For everything remains as it never was.
© Eluveitie - Otherworld